Alexithymie
 

Von Masud Zoro

Efrin.net 27.05.06

Definition Alexithymie:

Alexithymia (griechisch):
- „a“ Mangel; ohne
- „lexis“ Wort
- „thymos“ Emotion, Gefühl

 also: ohne ein Wort für Gefühl

Heutzutage wird Alexithymie als facettenreich und dimensional angesehen statt wie früher als kategorieales Konstrukt.
Sie ist auch keine Krankheit, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal.

Prävalenz

Da es nur wenig Studien gibt, in denen Alexithymie in einer repräsentativen Stichprobe erfaßt wurde, ist es schwer, eine valide (gültige ) Aussage über die Prävalenz zu treffen. Meist werden sehr homogene Patientenstichproben untersucht.
Es gab eine Studie von Salminen et al (1999) mit 1285 Versuchspersonen der finnischen Allgemeinbevölkerung. Prävalenzrate Frauen: 10%, Männer 17%  Geschlechtsunterschiede wurden schon in anderen Studien bestätigt.

Typische Merkmale

- Unvermögen, Gefühle zu äußern, emotional zu reagieren oder eigene Emotionen wahrzunehmen
o  Wenn man Alexithyme zu ihren Gefühlen befragt, ist das, als würde man Farbenblinde bitten, Rot und Grün zu unterscheiden
o Gefühle werden als dumpf und unstruktiert erlebt, nicht mit Worten beschreibbar
o wahrscheinlich werden Gefühle ehr undifferenziert wahrgenommen (Lust vs. Unlustempfinden)  differenzierte Gefühle wären zum Beispiel Angst oder Agressionen
o Pinoccio-Syndrom: Patienten schließen höchstens indirekt aus der Reaktion von anderen auf ihre eigene Verfassung  Verhalten und sprachlicher Ausdruck wirken hölzern und steif
- Phantasielosigkeit und faktenzentriertes Denken
o fantasiearm, unkreativ, wenig einfallsreich, farblos-trocken  auch in der Sprache (Pinoccio-Syndrom)
o handlungsorientierte Einstellung
- Beziehungen und Gesellschaft
o enge Bindung an einen Partner  hilft, sich nach außen abzusichern (Rückversicherung, ob man sich richtig verhält. z.B. dadurch, dass man Verhalten des Partners reflektiert (= spiegelt)
o Abhängig von Harmonie und Zuwendung des Partners  um leiblich-seelisches Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
o Reduplikation: andere Menschen werden als Doppelgänger von sich selbst angesehen, man erlebt sich ungeschieden von anderen (= man hat keine eigene Identität/Selbst)
o (über-)angepaßt an gesellschaftliche Normen (=Regeln), sozial erwünschtes Verhalten
 dies wird als Grund dafür angesehen, das man alexithymen Merkmalen lange Zeit kaum Aufmerksamkeit schenkte
o sozial eingeschränkte Kompetenz bei hoch-alexithymen  weil sie schlecht emotional relevante Reize bei sich und ihrem Umfeld wahrnehmen können und deshalb auch nicht angemessen darauf reagieren
o Gegenübertragung: Leere und Langeweile, da beim Gegenüber keine Emotionen ankommen  Theorie: Alexithymie ist ein „Gegenübertragungsphänomen“  Ausdruck einer Reaktion des Untersuchers, nicht des Untersuchten
- - Unfähigkeit, seine Gefühle von begleitender körperlicher Erregung (Herzschlag o.ä) zu unterscheiden

o korrelative Beziehung zwischen alexithymen Merkmalen und (somatischen, psychosomatischen) Erkrankungen incl. psychogener Beschwerden (Panikstörungen, Depressivität, Ängstlichkeit)

Geschichte:

- schon Anfang des 20. Jahrhunderts, stärker noch in den 70er Jahren stellte man bei einer bestimmten Untergruppe psychisch erkrankte Patienten fest, dass diese emotionales Erleben nicht zutreffend identifizieren konnten (erkannten die Bedeutung nicht und konnten Gefühle nicht sprachlich ausdrücken)
o z. B. FERENCI (1924): fanatsieloser Menschentypos; kann ohne Gefühl von affektgeladene Situationen erzählen, ohne affektive Reaktionen (z.B. Angst, Rache, erotische Erregung) zu fühlen oder zu äußern.
o später stellte man fest, das diese Auffälligkeiten meist bei psychosomatischen Patienten auftraten)
- FREUD:
o das fantasie- und emotionslose Ausdrucksverhalten wurde in Zusammenhang mit dem Begriff der „Angst- oder Aktualneurose“ gebracht
o Unterschied zur Konversionshysterie: es findet keine Verdrängung statt, somatische Symptome treten durch eine fehlende intrapsychische Verarbeitung auf ebenso als Folge eines entwicklungspsychologischen Defizits
o  bei der Konversionshysterie entstehen somatische Symptome durch einen seelischen Konflikt, wobei das „Ich“ versucht, diesen zu verarbeiten
- ZILBOORG 1933:
o sah alexithymieähnliches Verhalten als Dissoziationsphänomen an (nochmal im DSM IV nachsehen).
o Bsp: Angstpatient beschreibt ohne Regung seine körperlichen Empfindungen während eines Angstanfalls. Z. sah es als „Regression“ auf eine primitivere Entwicklungsstufe bzw. ins körperliche an.
- FENICHEL 1945:
o Patienten können Affekte nicht wahrnehmen/ausdrücken, weil ein starker Abwehrvorgang stattfindet. Dieser führt zu körperlicher Erregung und letztendlich zur Organschädigung
- RUESCH 1948:
o beschrieb als erster zusammenfassend die alexithymen Merkmale („infantile personality = Infantile/unreife Persönlichekeit)
- PARISER SCHULE um Marty und de M’Uzan
o Einführung des Begriffes „penseé operatoire“ (automatisch-mechanistisches Denken)  kein differenziertes Urteil, nur „ja“ oder „nein“, Bericht „abspulen“...
- SIFNEOS 1975:
o führte erstmalig den Begriff der Alexithymie ein  keine Worte für Gefühle
o dem penseé operatoire ähnliches oder sogar gleiches Phänomen

Erklärungsmodelle

- psychodynamisch/entwicklungspsychologisch
- neurobiologisch
- kognitionspsychologisch

 schließen sich nicht gegenseitig aus, sind ehr unterschiedliche Betrachtungsebenen

Psychodynamische Erklärungsansätze

- tiefenpsychologische Modellvorstellungen zur interaktionellen Genese psychosomatischer Erkrankungen im engeren Sinne  unangemessene beziehungsweise fehlende Verarbeitung intrapsychischer Konflikte oder Traumata. Die dabei entstehende physiologische Erregung kann nicht abgeführt werden und wird körperlich umgesetzt.
- entspricht der „Konversion“ von FREUD (1947).
- die Organwahl liegt an der körperlichen Prädisposition des Patienten
- ABER: viele körperliche Symptome ließen sich nicht befriedigend durch Konversion erklären.
-  FRANZ ALEXANDER 1951 (Spezifitätshypothese)
o Konversionssymptome sind aufs willkürliche somatosensorische System beschränkt,  Ausdruckscharakter
o die vegetative Neurose (=psychosomatische Erkrankung) auf das autonom-viszerale System. normale physiologische Begeleiterscheinung von Emotinen
o unbewußter Konflikt durch neurotische Fehlentwicklung  emotionale Spannung wird nicht abgeführt  vegetative Veränderungen persistieren (verfestigen sich)  Gewebeirritationen und irreversible organische Erkrankungen
 heute nicht mehr: Symphatikus und Parasympathikus innervieren beide die meisten Organe, keine strikte Trennung
- SCHUR 1995: Resomatisierung
o emotionale Entwicklung ist ein Desomatisierungsprozess (Angst, Schmerzen usw. werden verinnerlicht und durch Empfindungen, Vorstellungen, Gedanken und Sprache verarbeitet)
o Dadurch Abbau agressiver Tendenzen und Aufbau des realitätsangepassten Verhaltens.
o Symptombildung entsteht durch „Resomatisierung“ entsteht durch eine Regression durch „Ich-Schwäche“ (meist bei Patienten mit Traumata in frühester Kindheit
- MITSCHERLICH 1954: zweiphasige Abwehr
o dynamischer Wechsel von Neurose und körperlicher Krankheit
o Neurose als Verdrängungsmechanismus  reicht nicht zur Krisenbewältigung  Verdrängung ins somatische
o Auslöser: Objektverlust, Folge: Ich-Verarmung

Kritik:

- sind unzureichend bei alexithymen Verhalten
- keine Hypothese kann alexithyme Verhaltensmuster hinreichend beschreiben

Theorien aus der Psychodynamik:
- gestörte Mutter-Kind-Beziehung: double bind
- Beschützende und verdeckt zrückweisende Mütter sollen durch ihr Verhalten eine gesunde Entwicklung des Kindes verhindern  Alexithyme haben keine Desomatisierung affektiver Reaktonen, sie bleiben in emotionaler Entwicklung stecken.

Kognitionspsychologische Ansätze

- Grundlage alexithymischer Merkmale ist ein Entwicklungsdefizit
- LANE u. SCHWARTZ 1987:
o Fähigkeit zum differenziertem Wahrnehmen und Äußern emotionaler Empfindung entsteht stufenweise.
o Modell: stufenweiser, hierarchischer Entwicklungsprozess (ähnl Piaget)
o 5 Stufen emotionaler Bewußtheit (levels of emotional awareness = LEA)
 physische Empfindungen
 Handlungstendenzen
 einzelne distinkte Emotionen
 gemischte Emotionen
 kombinierte gemischte emotionale Erfahrungen
o je höher die Stufe, desto besser die Fähigkeit, emotionale Erfahrung wahrzunehmen und zu verarbeiten
o bei Alexithymen ist dieses Schema unzureichend entwickelt

Neurobiologische Ansätze

Neurophysiologische Definition
aus dem Lexikon der Neurowissenschaft,

Alexithymie w, E alexithymia, Unterbrechung affektiver und kognitiver Prozesse mit der Folge, daß die Patienten Emotionen nicht mehr ausdrücken können, auch wenn sie diese noch empfinden. Sie kann nach Kommissurotomie oder nach einem rechtshemisphärischen Schlaganfall vorkommen, kann aber auch psychogen bedingt sein.

- NEMIAH et al. 1977:
o vermutete neurobiologische Grundlage
o NEMIAH schlug eine neurophysiologische Dysfunktion vor, verursacht durch einen Mangel an adäquater neuronaler Verbindung zwischen Limbischen System und Neocortex
- McLean 1949:
o Funktionen des Limbischen Systems sind ein unausgereifter, analysierender Mechanismus  leitet Informationen her und fasst Erfahrungen in Form von emotionalen Zuständen in symbolische Gedanken zusammen (=Vorstellungen)
o negative Emotionen laufen nicht über den Neocortex

Methodische Zugänge zu den Neurobiologischen Ansätzen


Interhemisphärischer Transfer
- HOPPE und BOGEN 1977
o funktionelle Kommissurotomie = Durchtrennung der Kommissuren, die beide Hemisphären miteinander verbinden
o fanden bei 12 Split-Brain Patienten
 Phantasieknappheit
 Schwierigkeiten, Gefühle zu beschreiben
 operationalisierte Denkweise
- Grundlage: SPERRY et al 1969  funktionelle Hemisphärenspezialisierung
 re: gestalthaft-integrative Wahrnehmung und Wiedererkennung emotionaler/emotional relevanter Reize
 li: (dominant): sprachbewußtes Erleben und Verbalisieren emotionaler Vorgänge
- ist der Transfer zwischen den Hirnhälften gestört, werden zwar die körperlichen Begleiterscheinungen der Emotion wahrgenommen (Herzschlag, Erröten, Schwitzen o.ä), durch die Trennung wäre aber nicht klar, welche dazugehörigen Kognitionen diese verursacht haben (entzieht sich der bewußten Wahrnehmung).
- Für diese Theorie spricht das gemeinsame Vorkommen von Alexithymie und Posttraumatischer Belastungssyndrom (Patienten mit PTSD haben eine gestörte interhemisphärische Integration)  Abkopplung emotional traumatischer Erfahrungen vom Sprachbewußtsein
- Männer scheinen ehr die Eigenschaft Alexithymie zu besitzen, was daran liegen kann, das Frauen eine geringer Lateralisierung zeigen und ehr bilateral organisiert sind. Funktioniert bei Männer mit spezialisierteren Hemisphären der Transfer zwischen den Hemisphären nicht, so können die Infos nicht verbunden werden.

Präfrontaler Kortex
- DAMASIO 1998
o Speicherung komplexer neuronaler Aktivierungsmuster im ventromedialen präfrontalen Cortex  lösen dann Veränderungen von Körperzuständen aus, wodurch wiederum die wahrnehmung spezifischer Gefühle entsteht.
o Voraussetzung: passende Verknüpfung der Aktivierungsmuster mit autobiographischer Erfahrung.
o Schädigung des ventromedialen präfrontalen Cortex: die neuronalen Aktivierungsmuster werden nicht mehr richtig wahrgenommen, dadurch ist die Verknüpfung mit autobiographischer Erfahrung nicht mehr gewährleistet. Somit kann sich Person nicht mehr an Umwelt anpassen, da wichtig emotionale Infos zur Handlungsregulation nicht zugänglich sind

Frontal-subkortikale Projektionsbahnen
- ALEXANDER et al (1986, 1990) ; GÜNDEL et al. (2000)
o 4 parallele frontal-subkortikale Schaltkreise
 motorische
 dorsolateral-präfrontale (Aspekte kognitiver Leistung)
 lateral-orbitofrontal (Steuerung von Affekten)
 mediofrontal-limbisch (Motivation und Antrieb)
o Verbinden Basalganglien über den ventralen und dorsomedialen Thalamus u. a. mit den motorischen und prämotorischen Rindenfeldern/ und mediale präfrontale Strukturen mit dem ventralen Striatum
o wenn Störungen in den Projektionsbahnen, alexithyme Verhaltensweisen

Anteriorer cingulärer Cortex


Allgemein:
- GÜNDEL et al 2000:
o alexithyme Merkmale werden auch mit Störungen im Bereich des limbischen Systems, besonders mit dme anterioren Gyrus Cinguli in Verbindung gebracht.

- LANE ET Al 1997/1998 :
o bewußte Wahrnehmung von Emos korreliert positiv mit der Durchblutungsstärke des anterioren cingulären Cortex (PET-Studie)
o Alexithymie als Defizit der bewußten emotionalen Wahrnehmung in Verbindung mit Defiziten bei der Aktivierung im ACC
 Blindfühlhypothese:
 Emotionales Bewußtsein korreliert negativ mit Alexithymie
 Emotionales Bewußtsein korreliert mit der Durchblutung im ACC während einer Emotion
 ACC wirkt an emotionalen Erfahrungen mit.

- ACC spielt wichtige Rolle bei
o Aufmerksamkeitsprozessen
o Schmerz
o Reaktionsauswahl
o skelettmotorischer Funktionen
o autonomen Funktionen
- 2 wichtige Unterabteilungen:
o dorsal kognitiver Part (Broadman 24 b’-c’ und 32’)
 eher übergeordnete Funktion, die u. U., aber nicht ausschließlich emotionalen Prozessen dient
 direkte Erfahrungen/ phänomenales Bewußtsein)  z.B. Unterschiedung zwischen inerozeptiven ond exterozeptinven emotionalen Signalen im rechten ACC
o rostral-ventraler affektiver Part (BA 24 a-c und 32, ventral 25 und 33)
 ehr für emotionale Funktionen
 reflektierendes „emotionales“ Bewußtsein  „wissen, was der andere fühlt“
o  die enge anatomische Verbindung zw. rostralem und dorsalem ACC könnte die anaotmische Basis für die Interaktion zwischen phänomenaler emotionaler Erfahrung (Empfindung und dem Aufstellund u. Ealborieren der Repräsentation der Empfindungen sein.

Zusammenfassung neurophysiologisch:

- funktionale GL für Alexithymie ist ein „Diskonnektionssyndrom“  irgendwo im Regelkreis werden die emotionalen Erregungsmuster nicht mehr richtig verarbeitet und können so von dem Betroffenen nicht richtig wahrgenommen werden

- Der ACC scheint bei der Verarbeitung affektiver Informationen eine Verstärker- bzw. Filterrolle zu spielen. Er verbindet die emotionalen uund kognitiven Systeme und steuert Aufmerksamkeitsprozesse (GÜNDEL et al 2000).

- bei Frauen scheint der rechte Gyrus Cinguli generell größer als der linke zu sein

Erfassung der Alexithymie per Fragebogen

- Beth Israel Hospital Psychosomatic Questionaire (BIQ, Sifneos, 1973)
- Schalling-Sifneos Personality Scale (SPSS, Apfel & Sifneos 1979)
- Minnesota- Multiphasic Personality Inventory (MMPI-A, Kleiger & Kinsmann, 1980)
- Alexithymia Provoked Response Questionnaire (APRQ, Krystal et al 1986)
- Toronta Alexithymia Scale (TAS, in mehreren Versionen vorliegend, hier wird nur auf den TAS 20 eingegangen)  mißt gestörte Wahrnehmung bzw. Kompetenz im Umgang mit emotional bedeutsamer Information
o Faktor 1: Schwierigkeiten bei der Identifikation von Gefühlen
o Faktor 2: Schwierigkeiten bei der Beschreibung von Gefühlen
o Faktor 3: External orientiertes Denken
-  der TAS-20 von Parker et al 1993 gilt als beste Version
o neuer Befund zum TAS-20 dt.:Franz et al fanden 2001 eine vierfaktorielle Struktur heraus:
o Faktor 1: Schwierigkeit bei der Identifikation und Beschreibung von Gefühlen
o Faktor 2. Wichtigkeit emotionaler Introspektion
o Faktor 3: External orientierter Denkstil
o Faktor 4: Schwierigkeiten bei der Identifikation und Zuordnung körperlicher Sensationen
-  es fehlt aber noch eine weitere Kreuzvalidierung an anderen Stichproben.

Allgemein zum TAS 20
- Summenwert korreliert hoch mit Depressivität, Unsicherheit im sozialen Kontakt, Zwanghaftigkeit, Ängstlichkeit, Phobische Angst, Paranoidem Denken und Psychotizismus
- hoher Wert: stärkere psychische Belastung
- hoch positive Korrelation des Summenwertes mit „Neurotizismus“
- hoch negaitve Korrelation mit „Offenheit für neue Erfahrungen“

Vorstellung des TCI


ab hier ich

hier muss noch was aus der Studie mit den rechts- u. linkshemisphärischen rein

NEMIAH schlug eine neurophysiologische Dysfunktion vor, verursacht durch einen Mangel an adäquater neuronaler Verbindung zwischen Limbischen System und Neocortex

Zusammenhang Alexithymie und psychosomatische Beschwerden:
Normal: Sobald man über sich selbst nachdenkt und sich Gefühle bewußt macht, werden bestimmte Bereiche im präfrontalen Cortex, die fürs Ich-Erleben zuständig sind, aktiv.
Diese Areale sind mit tiefer im Gehirn liegenden Stresszentren verbunden u. können deren Aktivität bremsen  Reflektieren der eigenen Gefühle kann körperliche Stressreaktionen abmildern, uns helfen, wieder ruhiger zu werden.
Alexithyme: oben genannter Mechanismus funktioniert nicht. Man hat eine Belastungssituation und merkt es nicht. Nur körperliche Beschwerden sind vorhanden (Magenschmerzen, Rückenschmerzen, Migräne...) Und natürlich der Druck der Familie, die nicht weiß, wie sie darauf reagieren soll, das der Mann keine Gefühle zeigt.

Körperliche Reaktionen (Schwitzen, Erröten, Herzklopfen o.ä.) auf emotionale Belastungen sind bei alexithymen Personen vorhanden, es fehlt aber das bewußte GEfühl.
Annahme: der neuronale Weg, der zur bewußten Wahrnehmung führt, ist gestört oder unterbrochen.
Ursache:
- Verbindungen von Gefühlszentren des limb. Systems zum präfrontalen Cortex sind zu schwach ausgebildet (s. Definition von NEMIAH).
- kann genetisch bedingt oder angelernt sein (Betroffener hat als Kind nie gelernt, über Gefühle nachzudenken oder zu sprechen)
- Weiterleitung in den präfrontalen Cortex wird auf Grund negativer Erfahrungen in der Vergangenheit unbewußt blockiert.

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