EU fordert nach Unruhen mehr Rechte für Kurden

Umgang mit den Kurden im Südosten des Landes gilt als Lackmus-Test für die EU-Beitrittsreife

Reuters 06.04.06

Straßburg - Nach gewaltsamen Protesten in der Türkei hat die Europäische Union (EU) das Land aufgerufen, der kurdischen Minderheit mehr Rechte zu garantieren. Der Umgang mit den Kurden im Südosten der Türkei gilt als Lackmus-Test für die Beitrittsreife des moslemisch geprägten Landes auf dem Weg in die EU.

"Die EU-Kommission ist besorgt über den Gewaltausbruch und die terroristischen Anschläge", sagte EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou am Donnerstag vor Mitgliedern des EU-Parlaments. "Wir erwarten von der türkischen Regierung, dass sie die Probleme der Region und ihrer Bewohner umfassend angeht - und zwar nicht nur in Fragen der Sicherheit", sagte Kyprianou. Die Regierung in Ankara müsse allen Bürgern wirtschaftliche, soziale und kulturelle Möglichkeiten eröffnen und gewährleisten.

Bei Protesten und Ansachlägen in den Kurdengebieten sowie der Metropole Istanbul waren seit der vergangenen Woche 16 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden. Die jüngste Welle von Gewalt war durch den Tod von 14 Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) losgetreten worden. Sie waren von Sicherheitskräften erschossen worden. Die EU führt seit Oktober Gespräche mit der Türkei über eine Mitgliedschaft. (Reuters)

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