Teilung Kurdistans 1923 durch die Alliierten und ihre Folgen
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Westkurdistan ( Syrisches Kurdistan)
 

Dr. Ahmed Rassoul

efrin.net 21.03.06

Die Unterdrückung der Kurden in Syrien begann 1958, mit dem Zusammenschluss, Syrien-Ägypten. Durch eine neue Verfassung, entstand die Vereinigte arabische Republik, das Ziel der Republik, war die Unterdrückung aller fortschrittlichen Kräfte sämtlicher Bevölkerungsschichten, die Kurden wurden verfolgt, verhaftet und zu Tode gefoltert. Der Rassismus gegen die Kurden wurde rücksichtslos ausgeübt.
1960 erschütterte ein grausames Attentat, in der Stadt Amuda, die Menschen. Die Geheimdienste verübten in einem Kino, Brandstiftung, dabei kamen 380 kurdische Kinder ums Leben.
Durch einen Militärputsch 1961 wurde der Zusammenschluss mit Ägypten beendet.
Die neue Regierung existierte nur bis 1963, sie wurde von der Barth- Partei gestürzt und bildete den Nationalrat eines Revolutionären Kommandos. Die politische Unterdrückung hat sich zunehmend verschlechtert, der Verfolgung, Verhaftung und Folter gehörten zum Alltag.
Durch die Baath- Partei und ihre Machthaber kam es zum Wendepunkt zu Ungunsten der Kurden, es wurde Siedlungspolitik, Entzug der Nationalität und Errichtung von arabischen Gürtel betrieben.
Durch die Umstrukturierung einer neuen Verfassung, wurden viele neue Gesetzte, zur Stärkung der zentralen Macht mit nationalistischer und chauvinistischer Tendenz, veranlasst.
Es gelang, als allein regierende Partei, die Macht an sich zu reißen, mit Durchsetzung faschistischer Projekte gegen das syrische Volk und besonders gegen die Kurden.
Es kam zur Beseitigung aller politischen Freiheiten und Bekämpfung der Opposituellen sowie Legalisierung des Ausnahmezustandes, im ganzen Land zu Gunsten der Hochburg der Diktatur.
Die Macht im Staat wurde durch Sicherheitsorgane und Militär gefestigt, der Ausnahmezustand verschärft und alle Methoden der Gewalt ausgeübt. Das kurdische Volk in Syrien ist keine Minderheit, sondern eine Nation mit eigener nationaler Identität. Die Zahl der Kurden macht 20% der Bevölkerung aus.
Die Trennung der Kurden in Syrien und der Türkei erfolgte 1923 durch die Alliierten im Lausanner- Abkommen.
Die Kurden sind ein Volk ohne Staat, sie sind jedoch die drittgrößte Nation im Nahen Osten und zählen 40 Millionen Einwohner.
1962 wurde ein Offizier des Geheimdienstes damit beauftragt, einen Plan auszuarbeiten, der die Umsiedlung der Kurden beschleunigt, sowie die Aussiedlung durch neue Projektentwicklung, begünstigt. Zusätzlich soll durch Unruhestiftung, Streitigkeiten und Einschleusung von Geheimagenten, die Parteien und die Kurden spalten und schwächen.
Sein Zitat: Alle Syrer sind Araber, wer keinem arabischen Stamm angehört, soll Araber werden, oder das Land verlassen.
Sein Konzept lautete wie folgt:
1. Einbehaltung der Staatsangehörigkeit von 150 Tausend Kurden, dieser Plan wurde am 01.04.1966 in die Tat umgesetzt.
2. 1958 Bodenreform, außer in den kurdischen Gebieten, damit Kurden keinen Boden erwerben konnten. Vorausgeplant war eine Evakuierung der Kurden zwecks Siedlungspolitik 1963.
3. 1967 wurde ein Gesetz verabschiedet, was besagt, dass zwischen syrisch- türkischen Grenze ein arabischer Gürtel auf einer Länge von 375 km und 20 km Breite, entstehen muss. Damit die Trennung zur türkischen Grenze gesichert ist, somit mussten die Kurden zwangsweise ausgesiedelt werden. Es besteht ein strenges Verbot von Landerwerb, Verkauf und Bauzulassungen. Diese Evakuierung und Siedlungspolitik, nennt sich bei den Machthabern und der Baath- Partei, Bodenreform. Nach der Verstaatlichung der Landwirtschaft und Ausbau von Genossenschaften, in den kurdischen Gebieten, wurden dort arabische Stämme angesiedelt, die durch Polizei geschützt werden.
4. Durch Ausnahmezustand ist die Militärpräsenz in den kurdischen Gebieten verstärkt worden.1980 kam es zu einem Massaker in Khamischli, durch Türkisch- Syrische Behörden, bei dem 22 Kurden ums Leben kamen.
1993 starben bei einer Brandstiftung in einem Gefängnis in Al-Hassake, 70 politische Gefangene.
Am 12.03.2004 brach durch politische Provokation ein Aufstand in Khamischli aus. Radikale Araber, sowie ehemalige Saddam Hussein Anhänger, mit Beteiligung vom Geheimdienst, verursachten eine vorausgeplante Provokation, es begann in einem Fußballstadion, unter Polizeischutz, kam es zu blutigen Auseinandersetzungen, wobei die arabischen Rassisten bewaffnet waren, die Kurden dagegen verteidigten sich mit bloßen Händen und Steinen.
Das Ergebnis: ca. 40 Tote über 100 Verletzte sowie hunderte Festnahmen, ohne Begründung, außer Regimeterror gegen friedliche Fußballzuschauer.
Innerhalb 24 Std. haben Kurden in ganz Syrien, den kurdischen Gebieten und in den Großstädten friedliche Protestaktionen , gegen die Sicherheitsorgane, das Militär und die Politik der Regierung, gestartet.
Die Aktionen wurden teilweise mit Waffengewalt unterdrückt, es gab weitere Tote und Verletzte. Durch diesen Aufstand erreichte die kurdische Frage eine neue Dimension auf politischer Ebene und eröffnete ruhende Perspektiven. Die Aktionen des kurdischen Volkes sind eine politische Notwendigkeit und eine Reaktion auf die rassistischen Taten der Machthaber. Die Kurden stehen weiterhin vor großen Herausforderungen, in Hinblick auf Einigung, Bildung einer kurdischen Nationalfront, um das Volk vor den Drohungen der Baath- Partei, zu schützen
Die Machthaber in Syrien können an der Versöhnung und Achtung der Menschenrechte, vor allem an den Rechten der Kurden, ohne Demokratie, nicht vorbeigehen. Es ist an der Zeit und notwendig, eine breite Opposition zu bilden, mit allen Vertretern der demokratischen Kräfte und Parteien, um weitere Forderungen, zur Bildung eines demokratischen Staates zu erzwingen. Da die Kurden in keinen eigenen Staat leben, werden sie terrorisiert und von der europäischen Union und den USA vernachlässigt.
Im Namen hunderttausender Opfer Kurdistans, appelliere ich rückblickend an alle Staaten, die im 1.Weltkrieg 1916 am Sykes-Picot- Abkommen, sowie 1923 am Lausanne-Abkommen teilgenommen haben, die damaligen Vereinbarungen, in Bezug auf Kurdistan (Aufteilung in vier rückständige Staaten) zu revidieren.
Das kurdische Volk erwartet von den Staaten der ehemaligen Allianz, eine Wiedergutmachung, die Unterstützung zur Bildung eines föderativen Kurdistans indem sie in der UNO, das ehemalige Alliiertenabkommen, einer Revision unterziehen, um eine Wende zu ermöglichen.

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