Klinkenputzen in Washington
Arabische und kurdische Opposition in Syrien bei zwei
Koordinierungstreffen in den USA
Von Heiko Wenzel
rbi-aktuell 06.02.06
Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit ist eine hochrangige
Delegation syrischer Kurden vor einer Woche in Washington empfangen
worden. Das berichtet der Nachrichtendienst "Arabic News" unter Verweis
auf kurdische Medien. Die Abgesandten trafen dabei am 30. Januar mit
Vertretern beider Kammern des US-Parlaments, sowie dem Außenministerium
zusammen. Zugleich trafen sich Angehörige der syrischen
Auslandsopposition in der US-Hauptstadt.
Die Delegation der Kurdischen Politischen Bewegung, die sich unter
Leitung von Sherkok Abbas, einen Sprecher der Organisation befand, warf
dabei der Führung in Damaskus die anhaltende Unterdrückung der Kurden im
Lande vor. Sowohl die seit 1962 anhaltende Verweigerung der
Staatsangehörigkeit, wie auch der Bau von 42 Siedlungen im kurdischen
Gebiet an der türkischen Grenze würden dies unterstreichen. Die
kurdische Frage in Syrien müsse friedlich und demokratisch gelöst
werden, berichte der Nachrichtendienst Kurdish Media von dem Treffen.
Unklar ist, welche Bedeutung das Zusammentreffen im Rahmen der
gegenwärtigen Kriegsplanungen Washingtons hat. Die US-Regierung bedient
sich für ihre Politik in der Region - bislang vor allem dem Irak - seit
geraumer Zeit der Kurden. Diesen bleibt ob ihrer Lage als von allen
Nachbarn kolonisiertes und unterdrücktes Volk kaum eine Wahl, als sich
auf die Vereinigten Staaten zu stützen.
Zeitlich steht der Besuch jedoch im Zusammenhang mit einem Treffen
syrischer Oppositionsgruppen, daß am vergangenen Wochenende ebenfalls in
Washngton durchgeführt wurde. Die Organisation übernahm der Syrian
National Council und die Syrian Democratic Assembly of Canada; anwesend
führende Mitglieder verschiedener zivilgesellschaftlicher
Organisationen. Es darf davon ausgegangen werden, das Washington am
Montag auch seine kurdischen Gätse über den Ausgang der Veranstaltung
informiert hatte. Grundtenor war, so "Arabic News", die Ansicht, eine
syrische Auslandsopposition müsse sich eng zusammenschließen und das
Land sei im Grunde neu zu errichten, um gerettet werden zu können.
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