Flammen im Abendland

Funken Preußens Schwerter im Frankreichs Orient-Gesindel?
Der Dauerkonflikt Orient-Okzident aus aktuellem Anlass in einer kurdischen Betrachtung von

 

ABDALLAH OSMAN

efrin.net 13:11:05

Feuer und Flammen erwischen Frankreichs verwirrende Elite am Wendehals und lehren Europas Konservativen das Fürchten. Die Grande Nation zivilisierten Europas badet in eigenem Terror und die viel gepriesene französische Staatsdiplomatie verfällt sich in Sarkozy`s Drogenmafia-Gesindel. Noch schneller als Chiracs möglicher Nachfolger gab sich sein deutsch-bayerischer Kampfeskamerad E. Stoiber in Berlin geschlagen und kroch über Vatikan nach München zurück. Die Preußen A. Merkel und M. Platzeck bestrafen Chiracs Orientverrat mit islamischem Schwert und treiben den eigenen Hetztiraden Stoiber aus dem Machtzirkel über die Alpen hinaus - jedenfalls vorerst! Dann aber beginnt echt eine neue heiße Phase des Konfliktes zwischen dem so genannten Westen und Vorderem Orient.

Meine kurdischen Vorfahren in heutigem Syrien bzw. Türkei mussten nach vierhundertjähriger türkisch-osmanischer Kontrollmacht seit dem Ende des 19. Jahrhunderts sich europäischen Besatzungsmächten Rèpublique France und British Empire für die Dauer bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 mühsam entgegenstellen. Sie mussten auch für das imperialistische Eindringen Deutschlands im ehemaligen Osmanischen Reich schuften, u. a. am Bau der Berlin-Bagdad-Bahn Anfang des 20. Jahrhunderts. „Franzosen“, „Briten“ und „Deutsche“ sind in diesem historischen Bewusstsein der Völker des Vorderen Orients als rücksichtslose Ausbeuter und gewissenlose Kriegstreiber tief verankert. Entspannungsphasen nach 1945 haben das Profil Europas zwar verbessert, doch Saddams Giftgasmorde in Kurdistan wären ohne dieselben „Europäer“ kaum möglich gewesen.

G. Schröder prognostizierte 1998 den Kollaps bzw. eine extrem veränderte Lage in Deutschland für die Zeit ab 2006. Von hier an wären erhebliche soziale Spannungen wegen gefährlicher Lücken in den Finanzen des Sozialstaates zu erwarten. Seine sozialdemokratische Außenpolitik wäre ein Segen für den Mittelosten gewesen, wenn da nicht Terrorkrieg und Großkapital regierten. „Doch vieles ist anders gekommen“, das sind seine Worte. Verfängt sich nun Merkel´s Deutschland wegen angeblicher „Finanznot“ in ölige Terrorkriege?

Frankreich bestrafen, Deutschland tolerieren und mit Russland versöhnen. Das sind Amerikas Worte nach dem 11.09.2001 bzw. nach der Invasion im Irak am 20.03.2003. Amerikas alte Lehre, „ohne Syrien läuft nichts im Mittelosten“ bestellt nun dringlich Europäer auf den Plan: Sofortige NATO-Besetzung Syriens! Deutschland kann in solch einem unabänderlichen Kriegsfall nicht neutral oder still bleiben. Amerikas Krieg um die Kontrolle und folglich des Umbaus der politischen Geographie des Mittelostens ist unverrückbar. Man marschiert in Damaskus gemeinsam ein oder prallt irgendwo aufeinander!

Ob Europas neue Wende in Sarkozy´s Flammen oder Merkel´s „schleichendes Eindringen“ gen Kerkuk oder Remilan ausartet, kann nicht Mal die neuerliche Lieferung von 298 deutschen Angriffspanzern an die Türkei beantworten. Auch Merkel´s versteckter Treff mit dem aktuellen BRD-Besucher M. Barzani trägt wenig dazu bei. Zudem findet die üble Art konservativer Europäer, „rassische“ Gegner als Drogendealer, Schmarotzer oder Terroristen zu verunglimpfen, nicht Mal beim Benedikt XVI. Gehör. Eine wichtige Wende in der Weltpolitik steht (im Vorderen Orient) dennoch an und wer Krieg führt, dem entkommt er nicht! Merkel´s Eltern wissen es besser.

Entgegen Sarkozy´s Gesindel konnte Merkel`s CDU bis jetzt wider Erwartung und erfolgreich vermeiden, mit „Ausländerfeindlichkeit“ negative Politik zu betreiben. Schafft sie dies auch in den nächsten Jahren, Umwälzungen sozialer Infrastrukturen zum Trotz, dann wird es in Deutschland innenpolitisch selten brennen. Würde sie sich aber in Zugzwang „entweder ... oder“ feststecken, dann steht ihr Deutschland unvermeidlich im Kriegszustand, innen- wie außenpolitisch!

Kaiser Wilhelms islamisches Schwert im Ersten Weltkrieg tötete Millionen Menschen im Mittelosten und enthauptete das Zweite Deutsche Reich wie das Osmanische Reich gleichsam. Aus R. T. Erdogan entsteht zum deutschen Schreck nicht ein zweiter Enver Pascha, sondern ein eher anderer Atatürk. Zudem wäre Irans Einfluss in der Region ohne Syrien nur nebensächlich. Die (deutsche) Politik terroristischer Dezimierung der Konkurrenten (USA und GB) wie derzeit im Irak endet dann mit Besetzung Syriens durch die USA bzw. NATO.

Das Jahr 2006 markiert für Deutschland eine Neuorientierung in der Europa- und Weltpolitik. Geht Merkel´s Regierung mit den USA einen Besatzungskrieg gegen Syrien ein, dann schließt die klassische deutsche Orientpolitik a la „Sonderweg“ ab; „Allahs Sonne über dem Abendland“ strahlt nicht mehr, stattdessen würden dessen Schwerter über der Kreuzzügler Köpfe sausen!
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© ABDALLAH OSMAN, Publizist, Berlin, 09.11.2005, osmnbdll@aol.com . Frei zu weiterer Veröffentlichung.

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