Neuerscheinungen
efrin.net 06.08.05
Johannes Düchting, Die Kinder des Engel Pfau
Religion und Geschichte der kurdischen Yezidi
KOMKAR Publikation, ISBN: 3-927213-23-3, Preis: 20,00 Euro
In Kurdistan ist eine der ältesten Religionen der Menschheit beheimatet:
die Religion der Yezidi. Auf Grund von Migration und Vertreibung leben
inzwischen aber auch in der Bundesrepublik Deutschland zehntausende
An-hänger dieser Religion. Hier dürfte sie inzwischen nach Christen,
Moslems und Juden die viertgrößte Religions-gruppe sein. Bekannt ist
einer breiten Öffentlichkeit aber so gut wie nichts über sie. Lediglich
von „Teufelsanbe-tern“ oder einer „Geheimreligion“ wird gemunkelt und
alle paar Wochen verbreitet ein deutsches Montagsmaga-zin
Schauergeschichten über die Religionsgruppe. Allenfalls weiß man noch
aus der Lektüre Karls Mays, daß die Yezidi irgendwo im „wilden
Kurdistan“ beheimatet sind.
Johannes Düchting, Vorstandsmitglied des Internationalen Zentrums für
Menschenrechte der Kurden, berichtet in seinem im November 2004
erschienenen Werk kenntnisreich über die Inhalte der yezidischen
Religion und die Geschichte des yezidischen Volkes. Der Autor zählt
zahlreiche Angehörige der Religion zu seinem Bekann-tenkreis und hat
mehrfach die Heimatregion der Yezidi (zuletzt im September 2004 das im
Nord-Irak gelegene religiöse Zentrum von Sheikh Adi) besucht.
Schwerpunkt des ersten Teils des auf zwei Bände konzipierten Wer-kes
sind die Inhalte und die Praxis der yezidischen Religion, die der Autor
im Vergleich mit zahlreichen anderen kurdischen und nah-östlichen
Religionen darstellt, die Einfluß auf die Yezidi-Religion genommen
haben, aber auch von dieser beeinflußt worden sind. Bestellung: beim IMK
e.V.
"Mord im Namen der Ehre"
Entwicklung und Hintergründe von "Ehrenmorden" – eine in Kurdistan
verbreitete Form der Gewalt gegen Frauen
Eine besonders verabscheuenswürdige Form der Gewalt gegen Frauen sind
die "Morde im Namen der Ehre," die bis heute im Nahen Osten und vor
allem auch in Kurdistan üblich sind, ja sogar in den letzten Jahren
häufiger geworden zu sein scheinen. Immer wieder werden dort Frauen
ermordet, nur weil sie in Konflikt mit den rigiden herrschenden
Moralvorstellungen geraten sind.
Was sind die Gründe dafür, dass zahlreiche Frauen umgebracht werden, nur
um die angeblich durch sie befleck-te Familienehre zu reinigen? Stehen
die "Ehrenmorde" mit dem Erstarken des Islam und seinen
Moralvorstellun-gen im Zusammenhang? Warum sind diese Morde vor allem in
Kurdistan zu beobachten, handelt es sich bei ihnen etwa um eine
"kurdische Tradition"? Diesen Fragen gehen in diesem Buch zwei kurdische
Wissenschaftle-rinnen nach. Die Rechtsanwältin Hamiyet Izol untersucht
das Phänomen in den türkischen Teilen Kurdistans, Dr. Mukaddes Sahin in
den irakischen Teilen des Landes, vor allem in den sog. kurdischen
Selbstverwaltungs-Gebieten, die schon vor dem Sturz des Saddam-Regimes
dem Zugriff des Tyrannen entzogen waren. Johannes Düchting informiert
darüber, wie das deutsche Flüchtlingsrecht mit Frauen umgeht, die Gefahr
laufen, in ihrer Heimat Opfer von "Ehrenmorden" zu werden.
Zu beziehen über IMK e.V. Preis: 12,-- Euro (incl. Versandkosten)
Neue Studie: AUSLÄNDER IM EIGENEN LAND - Die Situation staatenloser
Kurden in Syrien
In der Provinz Hasaka wurde 1962 ca. 120.000 Kurden die syrische
Staatsangehörigkeit entzogen, sie wurden so zu Staatenlosen, zu
Ausländern im eigenen Land.
Die vorliegende Dokumentation beschäftigt sich mit der Situation dieser
Bevölkerungsgruppe. Unser Ziel ist es, in einem ersten Schritt sowohl
die Hintergründe ihrer Ausbürgerung als auch deren bis in die Gegenwart
rei-chende Folgen darzustellen. Gezeigt wird, dass die
Ausbürgerungskampagne von 1962 integraler Bestandteil der allgemeinen
Arabisierungsbestrebungen der syrischen Regierung gewesen ist und dass
die syrische Politik ge-genüber den (staatenlosen) Kurden bis in die
Gegenwart durch diese Arabisierungslogik geprägt wird.
In einem zweiten Schritt wird aufgezeigt, gegen welche nationalen
Gesetze und internationale Abkommen die syrische Praxis gegenüber
Staatenlosen verstößt.
Dieser Teil der Studie schließt mit einer Reihe von Empfehlungen zur
Verbesserung der Situation der Staatenlo-sen, die insbesondere an die
syrische Regierung, aber auch an andere internationale Akteure gerichtet
sind.
Die Situation der aus Syrien stammenden „staatenlosen“ Kurden hat
inzwischen auch die deutschen Behörden und Gerichte beschäftigt. Immer
mehr dieser Kurden gelingt die Flucht nach Europa und in die
Bundesrepublik Deutschland, wo sie, um ihren Aufenthalt hier zu sichern,
zumeist Asyl beantragen.
Lange Zeit spielte es in den Asylverfahren keine Rolle, ob es sich bei
den Asylbewerbern um Kurden mit oder ohne syrische Staatsangehörigkeit
handelte.
Etwa Anfang 2001 änderte sich jedoch die Rechtsprechung hinsichtlich
dieses Personenkreises. Inzwischen werden in Deutschland Asylanträge,
die sich darauf stützen, dass man staatenloser Kurde aus Syrien sei,
regel-mäßig abgelehnt. Da zur Situation staatenloser Kurden kaum
Veröffentlichungen in deutscher Sprache vorliegen, hoffen wir mit
unserer Dokumentation einen wichtigen Beitrag zu diesem Thema geleistet
zu haben. Mit Beiträ-gen von Eva Savelsberg, Siamend Hajo und Celal
Abbas Kömür sowie Johannes Düchting
Zu beziehen über IMK e.V. Preis: 10,- Euro (incl. Versandkosten)
|